VATM-Jahrbuch 2026 erschienen: Florian Arens mit Fachbeitrag zu Bauverfahren in der Glasfaserverlegung

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) hat heute sein Jahrbuch 2026 veröffentlicht. Es trägt den Titel „Wettbewerb – Der Schlüssel für die digitale Zukunft Deutschlands“ und versammelt mehr als 50 Fachbeiträge von Mitgliedsunternehmen sowie Gastbeiträge aus Bundesregierung, Bundestag, EU-Politik und Regulierung.

Florian Arens, Geschäftsführer der econtech GmbH, hat mit einem eigenen Beitrag zum Jahrbuch beigetragen. Sein Artikel trägt den Titel „Bauverfahren entscheiden über 30 Jahre Kosten – nicht nur über den Baupreis“ und behandelt die Frage, nach welchen Kriterien Netzbetreiber das richtige Verlegeverfahren für Glasfasertrassen auswählen sollten.

Was ist der VATM?

Der VATM ist ein Branchenverband der deutschen Telekommunikationswirtschaft. In ihm sind Festnetz- und Mobilfunkunternehmen, regionale und bundesweite Netzbetreiber, Anbieter ohne eigenes Anschlussnetz, Geschäftskundenspezialisten, Diensteanbieter, Infrastrukturunternehmen, Investoren und Zulieferer organisiert. Der Verband vertritt die Interessen dieser Wettbewerbsunternehmen gegenüber Politik und Regulierung und begleitet zentrale Themen des TK-Marktes wie den Glasfaserausbau, die Kupfer-Glas-Migration und die Rahmenbedingungen für Investitionen in digitale Infrastruktur.

econtech und der Beitrag zum Glasfaserausbau

Die econtech GmbH ist ein Fachunternehmen für Kabelpflug, Mittelspannungsanschlüsse und Freileitungsbau. Im Rahmen des Glasfaserausbaus unterstützt econtech Netzbetreiber bei der Wahl und Umsetzung geeigneter Verlegeverfahren.

Der Beitrag von Florian Arens im Wortlaut

Beitrag von Florian Arens, Geschäftsführer der econtech GmbH, im VATM-Jahrbuch 2026: Bauverfahren entscheiden über 30 Jahre Kosten – nicht nur über den Baupreis

Wer heute Glasfaser in der Fläche verlegt, kennt das Dilemma: Margen sind enger geworden, Material- und Personalkosten steigen, Investoren verlangen belastbare Bauzeitpläne. Bei der Wahl des Bauverfahrens fällt der Blick deshalb fast automatisch auf die Baukosten – Preis pro Trassenmeter, Bauzeit, Kolonnenbedarf. Das greift zu kurz. Entscheidend sind die Lebenszykluskosten: Baukosten (CAPEX) plus Instandhaltungskosten über die Nutzungsdauer einer Trasse (OPEX) – bei Glasfaserinfrastruktur in der Regel 30 Jahre und mehr.

Die DIN 18220 hat 2023 erstmals einen verbindlichen Rahmen für alternative Verlegetechniken – Trenching, Fräsen, Pflügen – geschaffen und damit Rechtssicherheit gegenüber dem klassischen offenen Tiefbau hergestellt. Welches Verfahren wirtschaftlich tatsächlich das beste ist, hängt von Bodenverhältnissen, Trassentyp und Anschlussart ab – pauschale Antworten gibt es nicht. Drei Aspekte werden dabei oft unterschätzt: Verfahren, die das Erdreich beim Verlegen verdrängen statt vollständig auszuheben, vermeiden den Verfüll- und Verdichtungsschritt, der über die Jahre zu Setzungen entlang der Trasse führen kann. Bei Verfahren, die zum Erreichen der Zieltiefe ab- und wieder auftauchen müssen, lässt sich die tatsächliche Lage des Kabels oft nicht durchgehend in gleichbleibender Tiefe dokumentieren – relevant bei späteren Bau- oder Wartungsarbeiten Dritter. Und schließlich: Verfahren, die ohne Aufbruch von Straßen, Wegen oder Gehwegen auskommen, schonen nicht nur die eigene Trasse, sondern auch die Lebensdauer der vorhandenen öffentlichen Infrastruktur, in die sonst eingegriffen würde – ein Kostenfaktor, der bei der kommunalen Gesamtrechnung mitgedacht werden sollte, auch wenn er nicht im Bauvertrag des Netzbetreibers steht.

Für Netzbetreiber heißt das: Die Wahl des Bauverfahrens ist auch eine Risikoentscheidung über die Bestandssicherheit der eigenen Infrastruktur, nicht nur eine Preisentscheidung beim Bau. Verlegetiefe, Bodenaufbau, Trassenführung und die Wechselwirkung mit bestehender Infrastruktur sollten projektspezifisch bewertet werden – im Dialog zwischen Planung und ausführendem Unternehmen.

In unserer Praxis als Fachunternehmen für Kabelpflug, Mittelspannungsanschlüsse und Freileitungsbau erleben wir immer wieder, dass diese Abwägung am Ende über das Projekt entscheidet. Wenn bei Ihnen gerade über das Bauverfahren der nächsten Trasse nachgedacht wird – wir denken gerne mit, bevor die Entscheidung gefallen ist.

Florian Arens, Geschäftsführer econtech GmbH

Die Originalseite aus dem VATM-Jahrbuch 2026 können Sie hier als PDF herunterladen: Beitrag von Florian Arens (PDF, Seite 51)

Das vollständige VATM-Jahrbuch 2026 mit allen Beiträgen steht auf der Website des VATM zum Download bereit: VATM-Jahrbuch 2026 (PDF)

Weitere Informationen zur Veröffentlichung finden Sie in der Pressemitteilung des VATM.